Erziehung nützt nichts. Sie machen doch alles nach

22. September 2017


Dieser geflügelte Satz  hat tatsächlich eine tiefere Wahrheit. Nichts wirkt sich so langfristig auf das Verhalten von Kindern auf, wie das, was ihnen ihre Eltern oder vergleichbare Bezugspersonen von Klein auf vorleben. In den Gedankengängen, in denen auch dieser Blog entstand, habe ich mich auch damit beschäftigt, was mich zu dem gemacht hat, der ich bin. An einem Sonntag, an dem ich viel zu früh aufgestanden bin, fiel mir letztendlich auf, wie viele meiner guten Eigenschaften ich meinem Elternhaus zu verdanken habe. Wie mir von Kindesbeinen an vorgelebt wurde, was es heißt, für andere da zu sein, für andere zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen. Auch, was es heißt, wenn man sich bewusst für jemanden Zeit nimmt, habe ich zum ersten Mal bei meinen Eltern gemerkt. Alles, was wir anderen vorleben, wird von diesen wahrgenommen, und von Kindern übernommen.

Gerade, wenn man in irgendeiner Art und Weise Jugendleiter ist, sei es Jungscharleiter in der Gemeinde, Teamleiter bei den Pfadfindern oder Fußballtrainer. Alles, was wir tun, wird von den Kindern wahr- und oft auch übernommen. Wenn unser Verhalten nicht zu unseren Worten passt, merken diese das, sofort und erbarmungslos. Wir sind ihr Vorbild und Bezugspunkt und müssen daher besonders darauf achten, dass das, was wir vermitteln wollen, auch vorleben. In der Berufswelt ist das nicht anders. Eine Führungsperson, die nicht authentisch ist, wird früher oder später Schwierigkeiten haben, ernstgenommen zu werden.

Wir dürfen nicht vergessen, was für eine Wirkung unser Verhalten hat, gerade auf Jüngere, gerade, wenn wir für Heranwachsende Verantwortung tragen, auf welche Art auch immer. Sind wir unehrlich und selbstsüchtig, so wird es als legitimes Verhalten verstanden und übernommen. Sind wir jedoch gütig, hilfsbereit und stehen zu unseren Fehlern, zeigen wir, wie wichtig diese Werte sind, und sie werden hoffentlich irgendwann übernommen. Es mag banal erscheinen, aber langfristig macht es einen spürbaren Unterschied, wie wir uns anderen gegenüber verhalten.

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